Begleitung in Krankheit, Krankensalbung

Krankensalbung (c) Gerhard Seybert@adobestock.com

Ein ernsthaft erkrankter Mensch leidet unter körperlichen Schmerzen und Ängsten. In dieser Krise erfährt der Kranke seine Gebrochenheit und sehnt sich nach Heilung und Heil. Helfen können deshalb neben der medizinischen Betreuung und Pflege auch die menschliche und geistliche Zuwendung. Das fördert die Genesung, Linderung sowie die Annahme von unheilbarer Krankheit. 

In der Bibel begegnet Gott als Schöpfer und Erhalter des Menschen. Die Sorge Gottes um den Menschen zeigt sich in der heilenden Zuwendung Jesu zu den Kranken. In Jesu Leiden und Sterben hat Gott sich selbst den Schwerkranken und Sterbenden zur Seite gestellt. Die Auferweckung Jesu ist für die Glaubenden Hoffnungstat Gottes: Krankheit und Leiden, Sterben und Tod sind Durchgang vom Dunkel zum Licht, vom Tod zum Leben bei Gott. Unsere Gemeinde begleitet Menschen in schwerer Krankheit bis zum Tod, ebenso die Angehörigen, die auf Trost und Beistand vertrauen können.

Krankenbesuch und -kommunion     

Die kirchliche Krankenseelsorge setzt die Sorge Gottes um den Menschen im Geist des Evangeliums fort. Dabei leisten ehrenamtliche Besuchsdienste einen wichtigen Dienst christlicher Solidarität zwischen der Gemeinde und ihren Kranken. Der Krankenbesuch kann ein Seelsorgegespräch oder ein Wortgottesdienst mit Gebet und Segen sein. Die Gemeinde, die sich regelmäßig zum Gottesdienst versammelt, wird deshalb auch dort die Menschen nicht vergessen, die wegen ihres Alters, ihres Gesundheitszustandes oder aus anderen Gründen nicht daran teilnehmen können: Die Glaubenden nehmen sie im Gottesdienst mit ins Gebet. Kommunionhelfer/innen überbringen aus der sonntäglichen Eucharistiefeier heraus die Kommunion - als Ausdruck der Verbundenheit der ganzen Gemeinde. Sie kommen nach vorheriger Vereinbarung nach Hause oder gehen auf die Stationen im Krankenhaus und bringen die Krankenkommunion.

Krankensalbung   

Das Sakrament der Salbung von Kranken geht auf das Apostelwort zurück: „Ist jemand von Euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich. Sie sollen über ihn beten und ihn mit Öl salben…“. Gebet und Salbung sollen dem kranken Menschen helfen und ihn „aufrichten“, wie es bei der Spendung des Krankenöls heißt. Es geht also NICHT um die Vorbereitung auf das Sterben, sondern um die Stärkung.

Somit geht es nicht darum, dass andere (Kinder, Partner oder Nachbarn) statt des kranken Menschen den Priester rufen, sondern der Kranke ruft selbst. Das geht natürlich, wenn er bei Bewusstsein ist und nicht zum Beispiel im Koma liegt.

Das Heilszeichen der Salbung ist also keine „letzte Ölung“, sondern ein Wendepunkt im Glaubensleben des kranken Menschen. Gott soll neben der Sündenvergebung auch den ganzen Menschen wieder aufrichten. Daher kann man auch die Krankensalbung häufiger im Leben empfangen, so bei einer gesundheitlichen Krise oder bei starker Erkrankung, sicherlich auch vor einer bevorstehenden Operation. 

Seien Sie versichert, dass Menschen, die ohne den Empfang des Sakramentes versterben, auch zu Gott finden und zu ihm kommen dürfen. Die Salbung ist keine „Eintrittskarte“ zum Himmel, sondern dient dem Leben hier auf der Erde. Es geht nicht darum, dass z. B. die Angehörigen eines stark erkrankten oder sterbenden Menschen alles „richtig“ machen müssen.

Immer aber dürfen Sie eine Seelsorgerin oder Seelsorger an das Kranken- oder Sterbebett rufen. Nicht immer ist die Spendung der Krankensalbung angezeigt und vertretbar. Jedoch besteht die Möglichkeit, dem Sterbenden die heilige Kommunion der Messe zu reichen, mit ihm zu beten und ihn zu segnen.

Sollte im Falle von Todesgefahr kein Priester des Pastoralteams erreichbar sein, können Sie in jedem Fall Tag und Nacht den priesterlichen Notdienst in der Zentrale des Johanna-Etienne-Krankenhauses anrufen: 0 21 31-529 500. Von dort wird schnellstmöglich ein Priester informiert.

Katholische Kirche in Neuss-Süd

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